Was ist orthomolekulare Medizin?
„Orthomolekulare Medizin ist die Erhaltung einer guten Gesundheit und Behandlung von Krankheiten durch Veränderung der Konzentration von Stoffen, die normalerweise im Körper vorhanden und zur Erhaltung der Gesundheit notwendig sind."
(Linus Pauling 1968)
Das orthomolekulare Konzept ist ein noch junger Zweig der Komplementärmedizin. Von den Anfängen hoher Vitamin-C-Dosierungen vor 30 Jahren durch den Begründer Linus Pauling, einem amerikanischen Biochemiker und zweifachen Nobelpreisträger, hat sich die orthomolekulare Medizin zu einer breit gefächerten, ernstzunehmenden und wirkungsvollen Behandlungsform entwickelt. Beginnend mit der Substitution von Vitaminen und Mineralstoffen und ihrem Einsatz in hohen Konzentrationen wird heute zusätzlich das breite Spektrum der Mikronährstoffe mengenoptimiert und nach synergistischen Gesichtspunkten zum präventiven, therapeutischen und begleitend therapeutischen Einsatz genutzt.
Neben den Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen und den verschiedenen essentiellen Fett- und Aminosäuren zählen die sekundären Pflanzenstoffe mit den Polyphenolen, Phytohormonen oder Carotinoiden heute ebenso zu den orthomolekularen Substanzen wie die vielen körpereigenen Substanzen, zu denen beispielsweise das Co-enzym Q10 oder die alpha-Liponsäure gehören.
Die orthomolekulare Therapie bzw. die orthomolekulare Medizin ist Bestandteil einer ganzheitlich orientierten medizinischen Behandlung. Sie steht nicht im Widerspruch zur Schulmedizin und kann eine notwendige konventionelle Therapie nicht ersetzen.
Ihr Ziel ist der präventive Einsatz bei Risikopatienten sowie der begleitend therapeutische Einsatz bei Erkrankungen, um das Behandlungsziel schneller, effizienter und nebenwirkungsfreier zu erreichen. Im Unterschied zu einer symptomorientierten Behandlungsweise setzt die orthomolekulare Therapie verstärkt bei den Ursachen einer Erkrankung an und stärkt die körpereigenen Heilungs- und Reparaturmechanismen.
Da orthomolekulare Wirkstoffe keine körperfremden Stoffe sind, sondern dem Körper eigene und vertraute Substanzen, zeichnen sie sich durch eine sehr gute Verträglichkeit aus.
Ihr Einsatz im Rahmen einer individuellen Behandlung, die Dosierung, der Anwendungszeitpunkt und die Verwendungsdauer sowie die Kombination mit geeigneten oder notwendigen Komplementärprodukten sollte immer ärztlich angeordnet und begleitet sein.

Orthomolekularmedizin zur Prävention
Neben einer gesunden, ausgewogenen Ernährung empfiehlt sich zur Vorbeugung die Einnahme orthomolekularer Substanzen vor allem bei folgenden Risikogruppen und Situationen:
- Jugendliche: Mehrbedarf im Wachstumsalter
- Schwangere: „das Baby isst mit“, erhöhter Bedarf
- Diäten: es kann zur Minderversorgung durch die Einschränkung der Nahrungszufuhr kommen
- Sportler: der Stoffwechsel läuft auf Hochtouren, daher erhöhter Bedarf an vielen Vitaminen und Mineralstoffen
- Raucher: durch das Tabakgift entstehen viele freie Radikale im Körper, daher starker Mehrbedarf an Mikronährstoffen
- Alte Menschen: lange gekochte und pürierte Nahrung enthält kaum noch Nährstoffe; pharmazeutische Medikamente entziehen zusätzlich weitere Nährstoffe
Orthomolekularmedizin zur Therapie von Krankheiten
Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind 80% der Erkrankungen ernährungsbedingt. Daher ist neben der Erstellung von Ernährungsrichtlinien die Orthomolekularmedizin besonders sinnvoll bei der Behandlung chronischer Krankheiten wie:
- Fettstoffwechselstörungen
- Diabetes mellitus
- Darmerkrankungen
- Rheuma, Arthritis, Arthrose
- KHK, Bluthochdruck
- Gedächtnisstörungen
- Tumorerkrankungen
- und viele andere